Der Zylinderkopfdichtung kommt im Motorenbau ein großes Aufgabenfeld zu. Während die ersten Zylinderkopfdichtungen bei langsam laufenden Motoren oft einfache Dichtungen aus Metall oder speiziellem Dichtungspapier hergestellt wurden, oder sogar auf deren Verwendung völlig verzichtet wurde, ist eine Zylinderkopfdichtung heute ein Komplexes Bauteil aus mehreren Werkstoffen.

Zu den Aufgaben der Zylinderkopfdichtung gehört, wie man dem Namen schon entnehmen kann, in erster Linie das Abdichten verschiedener Räume zueinander. Die größte Anforderung stellt dabei das Abdichten des Zylinders nach außen dar. Hier muss die Zylinderkopfdichtung Temperaturen von mehreren Hundert Grad Celsius und Drücke bis über 30 Bar aushalten.

Weiterhin muss die Zylinderkopfdichtung Chemiebeständig sein, da auch die Kanäle für das Kühlmittel und für das Motoröl durch sie abgedichtet werden. Es muss sicher gewährleistet sein, dass trotz eng nebeneinander leigender Kanäle keine Möglichkeit besteht, dass die verschiedenen Flüssigkeiten sich untereinander vermischen, oder in den Brennraum gelangen.

Hergestellt werden Zylinderkopfdichtungen meist aus zwei Lagen Metall mit einer dazwischen liegenden Schicht aus Temperaturbeständigem Material. Früher kam hier Asbest zum Einsatz, heute werden Ersatzmaterialien verwendet, die bei der Verarbeitung keine gesundheitsschädlichen Eigenschaften zeigen.

Die Zylinderkopfdichtung ist ein Einmalartikel. Wurde ein Zylinderkopf abgenommen, muss die Zylinderkopfdichtung unbedingt erneuert werden. Eine Wiederverwendung ist, auch wenn die Dichtung intakt erscheint, nicht zulässig. Vor dem Einbau der Zylinderkopfdichtung muss sichergestellt sein, dass die Dichtflächen am Motorblock und am Zylinderkopf völlig frei von Ablagerungen und Rückständen und absolut plan sind. Dazu kann man die Teile bei einem Motoreninstandsetzer plan schleifen lassen. Dabei wird so lange Material abgenommen, bis die Prüfung mit einem Haarlineal keinen Lichtspalt mehr erkennen lässt. Erst dann kann die neue Zylinderkopfdichtung montiert werden. Es gibt Zylinderkopfdichtungen in unterschiedlichen Stärken um die Materialabnahme beim Planen aus zu gleichen. Gekennzeichnet sind die unterschiedlichen Stärken durch seitliche Kerben in der Dichtung.

Bei der Montage ist auf peinlichste Sauberkeit zu achten. Die Zylinderkopfdichtung darf auf keinem Fall geknickt oder anderweitig beschädigt werden. Nach dem der Zylinderkopf aufgesetzt wurde sollte er nicht mehr abgenommen werden. Die Zylinderkopfschrauben müssen in der vorgegebenen Reihenfolge angezogen werden, damit die Zylinderkopfdichtung gleichmäßig angepresst wird und sich nicht verzieht. Da sich die Dichtung nach einiger Zeit setzen kann, schreiben manche Hersteller vor, die Schrauben nach einer bestimmten Fahrleistung nochmals mit einem Drehmoment- oder einem Winkelschlüssel nach zu ziehen.

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